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Lasst euch von der Barmherzigkeit bewegen und verwandeln!

Grußwort zum Jahreswechsel

(Essen, 30.12.2020) In der Jahreslosung für das neue Jahr 2021 – „Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36) – sieht die Essener Superintendentin Marion Greve eine Quelle der Energie, die die Menschen bewegen und verwandeln kann. Als positive Beispiele dafür nennt die Pfarrerin in ihrem Wort zum Jahreswechsel die Gabenzäune etwa in Altenessen und in der Gerlingstraße, aber auch die Corona-Nachbarschaftshilfe des Kirchenkreises:

„Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36 – Jahreslosung für 2021)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nach einem anstrengenden und uns alle fordernden Jahr 2020 stehe ich am Ende des alten Jahres und höre das Wort Jesu: „Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist“ – die biblische Jahreslosung für das Jahr 2021. Dabei stelle ich mir Barmherzigkeit wie eine Energie vor, die Menschen bewegt. Eine Energie, die im Zupacken, im Mitfühlen und im Wohlwollen konkret wird.

Im letzten Jahr habe ich von dieser Energie während der Corona-Pandemie viel gespürt: das Leid der einsamen alten Menschen in unseren Stadtvierteln hat uns angerührt. Unter dem Motto „HelferTeam für Essen“ haben unser Kirchenkreis und mehrere Kirchengemeinden Initiativen gegründet, um hilfsbedürftige Menschen, die sogenannten Risikogruppen angehören, zu unterstützen: Das Angebot der Nachbarschaftshilfe richtete sich an Menschen, die aufgrund ihres Alters oder bestimmter Vorerkrankungen zu sogenannten Risikogruppen zählen und ihre Wohnung in dieser schwierigen Situation nicht gut verlassen können. Nach wie vor sind zahlreiche Helfer*innen über die sozialen Medien miteinander verbunden und stehen bereit – ein sichtbarer Baustein für eine Kultur der Barmherzigkeit.

Ebenso wie der wunderbare gemeinsame Gabenzaun der Evangelischen Kirchengemeinde Altenessen-Karnap und der Katholischen Pfarrei St. Johann Baptist und ein ganz ähnliches Projekt unserer Evangelischen Jugend Essen an der Gerlingstraße.

Diese Projekte sind Symbole der Not und des Mangels inmitten unserer Gesellschaft und gleichzeitig auch Orte und Sinnbilder der Solidarität und der Mitmenschlichkeit. Zeichen einer Kultur der Barmherzigkeit, die mich hoffen lassen mit Blick auf das neue Jahr 2021. Weil die Zahl der Unterstützer so groß ist, wird mitten im Leid der Corona-Krise doch auch sichtbar, wie viele von uns sich von fremdem Leid haben anrühren lassen.

Dieser Barmherzigkeits-Spur will ich im neuen Jahr folgen – und mich weiter anrühren lassen vom Leiden der Menschen in den Flüchtlingslagern, der Kriegsopfer, der Verarmten in nah und fern, der Einsamen und Kranken unter uns. Ich wünsche uns allen, dass sich die Energie der Jahreslosung 2021 auf uns überträgt und wir barmherzig mit uns selbst und unseren Mitmenschen in das neue Jahr gehen!

Ihre

Marion Greve
Superintendentin

 

 

 

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