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  •  11.11.
     

    Rückblick auf das Reformationsjubiläum und Haushaltsplan 2018 waren Themen der Herbstsynode des Kirchenkreises Essen
    Ein Rückblick auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation und die Verabschiedung des Haushaltsplans für 2018 waren Schwerpunkte der Herbstsynode des Kirchenkreises Essen. Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland wurde aufgefordert, für eine angemessene finanzielle Unterstützung „ergänzender Gemeindeformen“ zu sorgen – eine solche Initiative, das „raumschiff.ruhr“, wird zurzeit an der Marktkirche erprobt. Sein letztes Grußwort vor der Essener Kreissynode hielt Klaus Eberl - der Oberkirchenrat wird im März nächsten Jahres in den Ruhestand treten. "Ich bin immer gern hier gewesen. Ihr seid ein toller Kirchenkreis. Ein herzliches Glückauf!", verabschiedete sich der Theologe. Mit dem passenden Kalender dazu bedankte sich Superintendentin Marion Greve bei ihm für die langjährige fürsorgliche Begleitung.

     

    Das Kirchenparlament der Evangelischen Kirche in Essen war am Freitag und Samstag im Gemeindezentrum an der Julienstraße in Rüttenscheid zu seiner 20. ordentlichen Tagung zusammengekommen. Nach dem eröffnenden Abendmahlsgottesdienst und dem Jahresbericht der Superintendentin stand zunächst ein eingehender Rückblick auf das Jahr des Reformationsjubiläums auf der Tagesordnung. Aus vielen Gemeinden wurde über eine Stärkung der ökumenischen Zusammenarbeit mit den katholischen Geschwistergemeinden berichtet. „Bei dem, was uns eint, wollen wir vor Ort zukünftig noch viel häufiger zusammenarbeiten. Über das Trennende müssen sich Kirchenleitungen und Theologieprofessoren aber dringend Gedanken machen“, hieß es unter anderem. Als positiv wurde außerdem hervorgehoben, dass „es gelungen ist, sich der eigenen Glaubensgrundlagen zu vergewissern, aber auch die Vielgestaltigkeit des evangelischen Lebens auf vielen Ebenen darzustellen“; dass „neben den Errungenschaften der Reformation auch kritische Aspekte in der eigenen Kirchengeschichte und den lutherischen Schriften deutlich benannt wurden“; und dass nicht zuletzt – durchaus selbstkritisch – „intensiv über eine nötige geistliche Erneuerung der Kirche diskutiert worden ist“. „Obwohl Menschen mit der Kirche nicht mehr selbstverständlich etwas anfangen können, ist es uns gelungen, viele Essener Bürgerinnen und Bürger mit der Geschichte und den zentralen Anliegen der Reformation in Kontakt zu bringen. Andere blieben gleichgültig oder distanziert“, zog auch die Essener Superintendentin Marion Greve ein insgesamt positives Resümee. „Wie tief und nachhaltig dies alles wirkt, ist nicht nur eine Frage des Jubiläumsjahres, sondern bleibt unsere Aufgabe in den kommenden Monaten und Jahren. Dabei trägt uns die Gewissheit, dass Gott der alleinige ‚Reformator‘ unseres Lebens ist und bleibt.“

     

    Gute Nachrichten überbrachte auch der Vorsitzende des Finanzausschusses, Thomas Caspers-Lagoudis: Der Haushaltsplan für das kommende Jahr bleibt aufgrund der positiven Konjunktur, der guten Beschäftigungsquote und einer Erstattung von geleisteten Clearing-Vorauszahlungen stabil. Aufgrund eines verringerten Vorwegabzugs und gestiegener Zinserträge erhöht sich die den Gemeinden und Diensten des Kirchenkreises zur Verfügung stehende Verteilsumme im Jahr 2018 leicht auf 24.850.500 Euro (Haushaltsplan 2017: 24.588.800 Euro). Daraus stehen den Kirchengemeinden nach einem feststehenden Anteilssatz insgesamt 76,96 Prozent oder 19.124.900 Euro (2017: 18.923.500 Euro) zur Verfügung. Der Kirchenkreis erhält 23,04 Prozent oder 5.725.600 Euro (2017: 5.665.300 Euro). Da die Zahl der Gemeindemitglieder aber weiter kontinuierlich zurückgeht (allein im zweiten Halbjahr des Jahres 2016 ist die Zahl der evangelischen Gemeindemitglieder in Essen vor allem aufgrund demografischer Faktoren um 1.635 auf 141.847 Mitglieder gesunken), muss sich der Kirchenkreis in den kommenden Jahren zwangsläufig auf deutlich weniger Kirchensteuermittel einstellen.

     

    Weitere Beratungen betrafen die Fortschreibung des Pfarrstellenrahmenkonzeptes und die Vorbereitung eines Personalrahmenkonzeptes für die Berufsgruppen Küsterdienst, Jugendarbeit und Kirchenmusik. Zu beiden Themen hat die Evangelische Kirche im Rheinland Vorgaben und Vorschläge entwickelt, über die auf der Herbstsynode ausgiebig diskutiert wurde; die Beschlussfassung im Kirchenkreis Essen erfolgt jedoch erst im nächsten Jahr. Außerdem standen der Bericht der Verwaltungsleitung, Jahresabschlüsse, Wahlen in die Gremien des Kirchenkreises und eine Erhöhung des Entlastungsumfangs der stellvertretenden Superintendentin auf der Tagesordnung. Zum Schluss verabschiedeten die Synodalen einen Antrag, in dem sie die Landessynode auffordern, im ganzen Bereich der rheinischen Kirche für eine angemessene und wirkungsvolle finanzielle Unterstützung sogenannter „ergänzender Gemeindeformen“ zu sorgen. Wie in einigen anderen Kirchenkreisen existiert mit dem „raumschiff.ruhr“ seit anderthalb Jahren auch an der Essener Marktkirche eine neue Initiative, die sich an junge Erwachsene in Übergängen und Umbruchsituationen richtet – unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einzelnen Ortsgemeinden. In einem Beschluss im Januar dieses Jahres hatte die Landessynode die Einrichtung von „Erprobungsräumen“ für solche neuen Gemeindeformen ausdrücklich begrüßt – nun gelte es, dieser Entscheidung auch Taten folgen zu lassen.

     

    Stichwort: Kreissynode
    Die Kreissynode ist das Kirchenparlament des evangelischen Kirchenkreises. Sie ist für Grundsatzentscheidungen über die Zielsetzung, Planung und Durchführung der Arbeit im Kirchenkreis zuständig, kann Arbeitsbereiche aufheben und einrichten und trägt formell die Gesamtverantwortung. Die Essener Kreissynode besteht aus 157 Delegierten, die aus den 27 Kirchengemeinden, Referaten, Diensten und Einrichtungen des Kirchenkreises entsandt werden und zweimal im Jahr zu ordentlichen Tagungen zusammenkommen.