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Zeitenwende

Malereien und Bildinstallationen in der Königssteeler Friedenskirche

(Essen, 16.09.2022) Unter der Überschrift „Zeitenwende“ sind vom 18. September bis 16. Oktober in der Friedenskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Königssteele, Kaiser-Wilhelm-Straße 39, Werke von drei Kunstschaffenden zu sehen: Astrid Remmer und Notburga Jenny-Niederprüm zeigen eine Auswahl ihrer Malereien, Georg Niederprüm präsentiert Bildinstallationen. Die Eröffnung findet am Sonntag, 18. September, um 12 Uhr statt; Besichtigungen sind dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr sowie nach vorheriger Vereinbarung unter Telefon 0201 517488 und 0174 3686151 möglich.

ASTRID REMMER: MALEREI

„Stillleben, Landschaften, Menschen, Gebäude und Plätze – im ersten Schritt geht es immer darum, sie zu erfassen und ins Bild zu setzen“, beschreibt Astrid Remmer den Prozess ihres künstlerischen Schaffens. „In der Auseinandersetzung mit den malerischen Mitteln und dem Motiv geschieht eine Zusammenführung äußerer und innerer Phänomene.“ Während des Malens löse sie sich sogar oft von dem ursprünglichen Motiv und lasse es im Bild sein Eigenleben entwickeln.

„Die sinnliche Wahrnehmung, meine Vorstellungskraft, mit der ich auf unerwartete Entwicklungen in der Bildentstehung reagiere, die Empfindung für Licht, Farbnuancen, Transparenz und Plastizität weben sich zu einer Neuschöpfung, die ich als ‚Bild hinter dem Motiv‘ beschreiben möchte“, erläutert die Künstlerin. So gesehen, sei das Malen für sie kein Erfassen optischer Gegebenheiten, sondern ein spannender, offener Erkenntnisprozess, in dem Wahrgenommenes – gepaart mit Empfindung und Vorstellungskraft – zu einer neuen Anschauung verschmelze.

NOTBURGA JENNY-NIEDERPRÜM

Der Titel „Zeitenwende markiere den Umschlagspunkt in Wendezeiten“, sagt Notburga Jenny-Niederprüm. „Da Menschen immer das bevorzugte Motiv meiner Malerei waren, sind es Menschen in der Wendezeit, auf die sich einige meiner Arbeiten beziehen – ‚unkenntliche‘ Maskenträger, Kriegstote in Leichensäcken. Die Kriegsereignisse, die Toten der Corona-Hotspots erleben wir mittelbar, in den immer gleichen Bildern der Medien.“

Die wiederum seien dann Ausgangspunkt für ihre Versuche, eine malerische Struktur von Erscheinungsformen der Zeitenwende zu finden. „Wendezeit wirkt ins Innere der eigenen Wahrnehmung und des Erlebens. Den subjektiven Veränderungen nachzuspüren ist eine weitere Motivation, in Wendezeiten zu malen.“

GEORG NIEDERPRÜM

„Meine Bilder sind Collagen aus maschinellen Schablonen und Stücken anderer Bilder“, erklärt Georg Niederprüm seine Kunst. „Diese ‚Bilder von Bildern‘ durchlaufen einen längeren Entstehungsprozess. Am Ende bleibt das Bild dahingestellt.“

 

 

 

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