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Pfarrer Bernd Zielezinski trat am Reformationstag in den Ruhestand

Verabschiedung in der Erlöserkirche

(Essen, 31.10.2021) Nach 21 Jahren in der Evangelischen Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen wurde Pfarrer Bernd Zielezinski am 31. Oktober in einem Gottesdienst in der Erlöserkirche von Superintendentin Marion Greve aus dem aktiven Dienst entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet. Durch seine Büttenpredigten am Karnevalssonntag – ernste Themen, im Stil eines Karnevalisten augenzwinkernd vorgetragen –, den Aufbau einer großen Gruppe für Pfadfinderinnen und Pfadfinder und neue Gottesdienstformate ist der Theologe auch über die Gemeinde hinaus bekanntgeworden.

Bernd Zielezinski wurde am 1. Oktober 1958 in Wuppertal geboren und hat dort und in Heidelberg Theologie studiert. 1989 kam er zum ersten Mal nach Essen, um in der Kirchengemeinde Kray sein Vikariat und, nach der Ordination 1992, auch den Hilfsdienst zu absolvieren. Anschließend war er als Schulseelsorger in Velbert, Pastor in der Kirchengemeinde St. Augustin-Menden bei Bonn und in der Altenheim- und Krankenhausseelsorge tätig. Im Jahr 2000 wurde Bernd Zielezinski Pfarrer in der damaligen Kirchengemeinde Holsterhausen, die 2008 mit der Erlöserkirchengemeinde fusionierte.

Nicht von ungefähr hat der Theologe seinen Rückblick im aktuellen Gemeindebrief deshalb unter die Überschrift „Wandlungen“ gestellt. Außer dem erwähnten Zusammenschluss sind damit zum einen personelle Veränderungen innerhalb des Pfarrteams, aber auch viele inhaltliche Aufbrüche und die Entwicklung neuer Angebote gemeint: Als Jugendpfarrer der Gemeinde gründete Bernd Zielezinski eine große Gruppe für Pfadfinderinnen und Pfadfinder und leitete Ferienfreizeiten mit bis zu achtzig Jugendlichen, bezog viele Ehrenamtliche in die Verantwortung mit ein, etablierte neue Formate („Oase-Gottesdienste“, „Rastplatz“, „Kaleidoskop des Glaubens“), gestaltete gemeinsam mit anderen die jährlichen Passionsandachten zur Fastenaktion „7 Wochen ohne“ und machte durch die eingangs genannte jährliche Büttenpredigt von sich reden – beileibe kein Klamauk, sondern humorvoll und in passender Verkleidung vorgetragene Zeitansagen mit durchaus ernstem Hintergrund. In bester Erinnerung ist sein Auftritt im Superman-Kostüm, siehe dazu unseren nachfolgenden Clip:





Natürlich verzeichnet Bernd Zielezinski in seinem Rückblick auch schmerzliche Erfahrungen, die die Folge nötiger Einsparungen waren – das böse Wort „Haushaltsdefizit“ habe seine Arbeit von Anfang an begleitet, bekennt der Pfarrer. „Oft habe ich mir gewünscht, ich sei Pfarrer in den Sechziger- oder Siebzigerjahren gewesen, als darüber beraten wurde, ob man mit den reichlich sprudelnden Kirchensteuern lieber einen neuen Kindergarten oder eine neue Kirche bauen solle.“ Besonders in den Jahren 2003 bis 2007 stieg der finanzielle Druck auf die Gemeinde. Unter reger Beteiligung engagierter Gemeindeglieder moderierte Bernd Zielezinski die Entstehung einer neuen Konzeption. „Am Ende stand fest: Der Kindergarten an der Melanchthonkirche musste aufgegeben werden, dann die Lukaskirche – aber nicht die Jugendarbeit im Wichernhaus“, erinnert er sich.

In den letzten Jahren hat die Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen mehrere kleinere Sparmaßnahmen umgesetzt, aber ob das reicht? Was Bernd Zielezinski trotz manch banger Frage half, war der große Zusammenhalt im Pfarrteam, den er im Unterschied zu seinen Vorgängern im Amt erleben durfte: „Meine größte Freude im Rückblick ist, dass unser ‚junges Team‘ niemals gegeneinander gearbeitet hat, sondern immer miteinander. Und dass das die Gemeinde letztendlich auch insgesamt positiv verändert hat.“

Zum Nachfolger von Bernd Zielezinski hat das Presbyterium der Evangelischen Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen im August einstimmig Pfarrer Klaus Künhaupt gewählt. Der 51-jährige Theologe wechselt aus der saarländischen Kirchengemeinde Merzig ins Ruhrgebiet, ist aber eigentlich ein „alter Essener“ – sein Vater, Kurt Künhaupt, war einst Pfarrer an der Zionskirche in Horst. Die Einführung von Klaus Künhaupt wird im Gottesdienst am 2. Advent gefeiert.

 

 

 

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