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Auf dem Weg zu einer neuen Gestalt von Kirche

Kreissynode tagte erneut in Form einer Videokonferenz

(Essen, 13.11.2021) Auf der Essener Kreissynode am 12. und 13. November hat Superintendentin Marion Greve die Gemeinden, Dienste und Einrichtungen des Kirchenkreises dazu aufgerufen, den Weg hin zu einer erneuerten Gestalt von Kirche konsequent weiterzuverfolgen. Zur neuen Assessorin und Stellvertreterin der Superintendentin wurde Monika Kindsgrab, Pfarrerin am Rheinisch-Westfälischen Berufskolleg für Gehörlose und Hörgeschädigte in Frohnhausen, gewählt; weitere Schwerpunkte der Beratungen waren die Verabschiedung der Haushaltspläne, Jahresberichte und der Umfang der Entlastung für die drei theologischen Leitungsämter. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie fand die 28. ordentliche Tagung des Kirchenparlaments kurzfristig nicht in Präsenz, sondern in Form einer Videokonferenz statt.

JAHRESBERICHT DER SUPERINTENDENTIN

In Ihrem Bericht über die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Monate ermunterte Marion Greve die Synodalen am ersten Tag der Synode dazu, weiter nach neuen Kooperationen und Kontaktflächen zu den Menschen zu suchen und auf die Kraft von Innovationen zu setzen: Auf der Basis der neuen Konzeption für den Kirchenkreis, die im November 2016 beschlossen wurde, sind in Essen zwanzig Innovationsprojekte entstanden; zwei von ihnen – der Aufbau einer „Transkulturellen Gemeinde Weigle-Haus“ und die „Ökumenischen Segensfeiern an der Lebenswende Geburt“ – sind mittlerweile als landeskirchliche Erprobungsräume anerkannt worden.

Die digitale Kommunikation und das Ehrenamtsmanagement wurden ausgebaut; die erste von drei geplanten Aus- und Fortbildungen für Ehrenamtliche in Seelsorge („Lebensspuren begleiten“) steht unmittelbar vor einem erfolgreichen Abschluss. Mit einer kooperativen Konfirmandenarbeit, dem gezielten Aufbau interkultureller Gruppen und der seelsorglichen Begleitung von Menschen nach existenziellen Verlusterfahrungen sind ganz aktuell weitere Pilotprojekte gestartet.

Aber auch abseits dieser Innovationen, die durch den Kirchenkreis finanziell gefördert werden, erkannte die Superintendentin in ihrem Bericht vielversprechende und messbare Entwicklungen – als Beispiele nannte sie unter anderem die Gründung eines gemeinsamen Schulreferates für die drei Kirchenkreise An der Ruhr, Essen und Oberhausen, die Zusammenarbeit von Nachbargemeinden, die Bildung eines neuen Kindertagesstättenverbandes, die ökumenische Kirchenmusikausbildung in Essen und die sichtbare Belebung der Arbeit an der Marktkirche.

„Wir Leitende werden versuchen, konkrete Ideen für Kooperationen und Vernetzungen nach Kräften zu fördern, auch finanziell – alles, was hilft, den Dienst effizienter zu regeln und Doppelungen zu vermeiden, was die Qualität verbessert und entlastende Funktionen stärkt ist willkommen“, sagte Marion Greve. Zwar müsse es in jeder Gemeinde ein qualifiziertes und professionelles Basis-Angebot und eine verlässliche Kasualpraxis geben – darüber hinaus aber sei ein gemeindeübergreifender Raum für die Ausbildung von besonderen Profilen und inhaltlichen Schwerpunkten unabdingbar. „Ich bin der festen Überzeugung, dass ein stärkeres Miteinander jede und jeden Einzelnen entlasten kann. Und dass es guttut, wenn wir nicht auf uns alleingestellt sind und Teams funktionieren. Wenn regelmäßiger Austausch stattfindet und wir uns – bei aller Verschiedenheit – mit einer guten Portion ‚Gönnen können‘ und viel Respekt begegnen.“

WAHL DER ASSESSORIN DES KIRCHENKREISES ESSEN

Am zweiten Tag der Synode wurde Monika Kindsgrab zur Assessorin und Stellvertreterin von Superintendentin Marion Greve gewählt. Auf die 57jährige Pfarrerin am Rheinisch-Westfälischen Berufskolleg für Gehörlose und Schwerhörige in Essen-Frohnhausen entfielen 71 Stimmen. Für den Gegenkandidaten, Pfarrer Johannes Heun aus der Evangelischen Kirchengemeinde Königssteele, stimmten 48 Synodale; vier enthielten sich. Die Wahl einer neuen Assessorin bzw. eines neuen Assessors war erforderlich, weil der derzeitige Amtsinhaber, Assessor Heiner Mausehund, am Ende dieses Jahres in den Ruhestand tritt. Monika Kindsgrab wurde daher für den Rest seiner Amtsperiode, die bis 2028 gedauert hätte, gewählt.

Laut Satzung ist das Amt der Assessorin im Kirchenkreis Essen nicht nur mit der Stellvertretung der Superintendentin, sondern auch mit der Aufsicht und Begleitung von zwölf Gemeindeübergreifenden Diensten verbunden. Dazu zählen mit der Telefon-, Kranken-, Gehörlosen-, Notfall- und Gefängnisseelsorge fünf besondere Seelsorgedienste sowie das Jugendreferat, das Kreiskantorat, das Behindertenreferat, die Erwachsenenbildung, das Studierendenzentrum, der Religionsunterricht an allgemeinbildenden Schulen und der Religionsunterricht an den Berufskollegs. – Eine ausführliche Vorstellung von Monika Kindsgrab finden Sie in einem eigenen Bericht auf dieser Homepage.

VERABSCHIEDUNG DER HAUSHALTSPLÄNE FÜR 2022

Obwohl das Kirchensteueraufkommen wegen sinkender Mitgliedszahlen und aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation, die durch die Corona-Pandemie hervorgerufen wird, nicht das Niveau vergangener Jahre erreicht, kann der Kirchenkreis für 2022 mit ausgeglichenen Finanzhaushalten planen und die Pro-Kopf-Zuweisung an die Gemeinden leicht erhöhen. Der Grund sind Beschlüsse der rheinischen Landessynode zu Umlagen und zur Versorgungs- und Beihilfesicherung und der innerkirchliche Finanzausgleich, der sich ebenfalls positiv auswirkt.

Die Kennzahlen: Bei den frei verfügbaren Mitteln im Kirchenkreis Essen rechnet der Finanzausschuss im kommenden Jahr mit einer Steigerung auf 27.672.000 Euro (2021: 27.325.800 Euro). Nach dem Vorwegabzug für gemeinsame Aufgaben (z.B. Marktkirche, Reformationsfeier) verbleibt ein Verteilungsbetrag in Höhe von 27.354.500 Euro (2021: 27.035.100 Euro). Daraus stehen den 26 Kirchengemeinden nach einem feststehenden Anteilssatz insgesamt 76,96 Prozent oder 21.052.000 Euro (2021: 20.806.200 Euro) zur Verfügung. Der Kirchenkreis erhält 23,04 Prozent oder 6.302.500 Euro (2021: 6.228.900 Euro). Der Zuweisungsbetrag, den die Kirchengemeinden je Gemeindeglied erhalten, erhöht sich auf 106 Euro (2021: 91,01 Euro); somit können alle 26 Kirchengemeinden ihre Haushaltspläne für das Jahr 2022 trotz gesunkener Mitgliedszahlen (31.12.2020: 129.930; 31.12.2019: 133.276) mit leicht erhöhten Gesamtzuweisungsbeträgen aufstellen.

„Gleichwohl bleibt es – besonders im Hinblick auf den kontinuierlichen Rückgang der Mitgliederzahlen – weiterhin wichtig, für schwierigere finanzielle Zeiten vorzusorgen“, erklärte Superintendentin Marion Greve in ihrem Jahresbericht. „Über die jetzt eingetretene positive Entwicklung dürfen wir uns freuen, ohne dabei den vielfach bereits eingeschlagenen Weg der Konsolidierung zu verlassen.“ So haben sich im zurückliegenden Jahr nicht nur viele Kirchengemeinden, sondern auch die Gemeindeübergreifenden Dienste und das Evangelische Verwaltungsamt Essen mit teilweise erheblichen Einsparungen auseinandergesetzt; zwei Pfarrstellen – eine in der Krankenhausseelsorge, die andere im Bereich der Evangelischen Religionslehre an einem städtischen Berufskolleg – wurden durch die Kreissynode aufgehoben.

WEITERE THEMEN

Die Kreissynode des Kirchenkreises Essen hat beschlossen, den – derzeit befristeten – Entlastungsumfang für die drei theologischen Leitungsämter jetzt dauerhaft auf insgesamt 2,5 Stellen festzusetzen, wobei auf das Amt der Superintendentin 100 Prozent und auf die Ämter der Assessorin und der Skriba jeweils 75 Prozent entfallen. - Ferner hat sich die Essener Kreissynode einer Initiative der Kirchenkreise in Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln angeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Seelsorge an den Universitätskliniken im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland unabhängig von den Pfarrstellenrahmenkonzepten der jeweiligen Kirchenkreise zukünftig auf landeskirchlicher Ebene sicherzustellen. Ein entsprechender Antrag an die Landessynode wurde mit großer Einmütigkeit beschlossen. - Die kreiskirchlichen Kollekten im kommenden Kirchenjahr kommen einem diakonischen Projekt zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien von Neuzugewanderten, die besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden (6. Februar 2022), der Ökumenischen Notfallseelsorge Essen (13. März 2022) und der ebenfalls von beiden Konfessionen getragenen Bahnhofsmission (3. Juli 2022) zugute.

Zwei Wahlen betrafen den Stiftungsrat der Sozialdiakonischen Stiftung des Kirchenkreises und die Entsendung eines stellvertretenden Mitglieds in den Vorstand des Rechnungsprüfungsamtes. - Der Fachausschuss für Evangelische Kindertagesstätten in Essen hat seine Arbeit beendet und wurde aufgelöst; an den behandelten Themen wird auf verschiedenen Ebenen des Kirchenkreises weitergearbeitet. - Der Jahresbericht der Verwaltungsleitung ist Teil der Beratungsunterlagen, die unten auf dieser Seite zum Download bereitstehen.

STICHWORT: KREISSYNODE

Die Kreissynode ist das Kirchenparlament des Kirchenkreises. Sie ist für Grundsatzentscheidungen über die Zielsetzung, Planung und Durchführung der Arbeit im Kirchenkreis zuständig, verabschiedet die Haushaltspläne für den Kirchenkreis, kann Arbeitsbereiche aufheben und einrichten und trägt formell die Gesamtverantwortung. Die Essener Kreissynode besteht aus 157 gewählten oder berufenen Delegierten, die aus den 26 Kirchengemeinden, Referaten, Diensten und Einrichtungen des Kirchenkreises entsendet werden und zweimal im Jahr zu ordentlichen Tagungen zusammenkommen.

Zwischen den beiden Tagungen wird der Kirchenkreis durch einen Kreissynodalvorstand geleitet, dessen Mitglieder alle vier Jahre jeweils zur Hälfte durch die Kreissynode gewählt werden. Den Vorsitz von Kreissynode und Kreissynodalvorstand hat die Superintendentin des Kirchenkreises, Marion Greve, inne.

 

 

 

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