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Einsam. Gemeinsam. Mut zum Sein.

Dreiteilige Kunstausstellung der Evangelischen Kirche im Rheinland

Essen, 01.08.2026. "Einsam. Gemeinsam. Mut zum Sein" lautet der Titel der diesjährigen Kunstausstellung der Evangelischen Kirche im Rheinland im September und Oktober - mit Stationen in Düsseldorf, Saarbrücken und Essen: In der Marktkirche zeigt Diana Ramaekers vom 26. September bis 17. Oktober ihre Lichtinstallation „Revealing the Light“. Das Kunstwerk wird gleichzeitig Teil des ESSEN LIGHT FESTIVALS 2026 (4. bis 11. Oktober) sein und ist an diesen Tagen in das ökumenische Angebot LICHT & SEGEN der evangelischen Citykirchenarbeit und der katholischen Cityseelsorge "grüßgott" am Essener Dom eingebettet.

ZUM HINTERGRUND: AUS VERTRAUEN ENTSTEHT MUT

Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Gewissheiten geraten ins Wanken, gesellschaftliche Strukturen verschieben sich, und Nähe sowie Distanz müssen immer wieder neu ausgehandelt werden. In einer Welt, die digital vernetzt, globalisiert und zugleich von Spannungen geprägt ist, stellt sich die Frage neu: Was bedeutet es heute, zusammen zu sein? Aus dieser Fragestellung heraus entsteht das Projekt "Einsam. Gemeinsam. Mut zum Sein." Drei Begriffe, die zunächst wie Gegensätze erscheinen, zugleich aber eine Verbindung eröffnen: zwischen Individuum und Gemeinschaft, zwischen Erfahrung und Glauben, zwischen Kunst und Raum.

Die drei eingeladenen Künstlerinnen begegnen diesen Bedingungen mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen: Gertrud Riethmüller entwickelt ihre Werke häufig aus der direkten Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Ort und schafft Installationen oder Interventionen, die sich aus Raum, Geschichte und Atmosphäre speisen. Patrizia Casagranda verbindet in ihren Arbeiten Bildwelten mit existenziellen Fragen nach Verletzlichkeit, Würde und menschlicher Präsenz. Diana Ramaekers wiederum arbeitet mit Licht, Raum und Bewegung und schafft atmosphärische Situationen, die die Wahrnehmung der Betrachtenden unmittelbar einbeziehen.

So entstehen Werke, die nicht unabhängig vom Ort gedacht sind, sondern aus ihm hervorgehen – Arbeiten, die den Kirchenraum nicht nur bespielen, sondern ihn zugleich neu wahrnehmbar machen. Aus dieser ortsspezifischen Arbeitsweise entsteht ein künstlerischer Dialog, der sich über drei Städte hinweg entfaltet. Düsseldorf, Essen und Saarbrücken bilden dabei keine abgeschlossenen Einzelorte, sondern Stationen eines gemeinsamen Denkraums.

Im Zentrum steht das Dazwischen: zwischen Nähe und Rückzug, Licht und Dunkelheit, Verbundenheit und Einsamkeit. In dieser Spannung liegt möglicherweise jener Mut zum Sein, von dem der Theologe Paul Tillich gesprochen hat. Der Mut zum Sein, so Tillich, hat eine offene oder verborgene religiöse Wurzel. Er gründet in dem Vertrauen auf den „Grund des Seins“, den viele Menschen Gott nennen – in der Erfahrung, bejaht zu sein und sich selbst bejahen zu können.

Aus diesem Vertrauen kann Mut entstehen: Mut zum individuellen Sein trotz aller Begrenzungen unserer Zeit. Mut zur Gemeinschaft trotz aller Unvollkommenheit menschlicher Beziehungen. Mut zum Sein trotz der Erfahrungen von Sinnverlust, Leere und Angst. Auch der Kirchenraum selbst spricht von diesem Mut – oft ohne Worte. In seiner Architektur, in seinem Licht, in seiner Geschichte trägt er Spuren von Hoffnung, Zweifel, Gemeinschaft und besinnlichem Rückzug.

Die Kunst besitzt eine besondere Fähigkeit, diese Zustände sichtbar zu machen. Sie kann das zur Erscheinung bringen, was im Alltag häufig verborgen bleibt: das Bedürfnis nach Verbindung, das Ringen um Selbstbestimmung, die Verletzlichkeit und zugleich die Kraft des Menschseins. So eröffnet die Ausstellung Räume, in denen sich beide Erfahrungen begegnen dürfen: das Alleinsein und das Miteinander.

Drei künstlerische Positionen treten in einen Dialog – mit den Kirchenräumen, mit den Besuchenden und miteinander. Wenn sich dabei keine Einheit, sondern eine Resonanz entfaltet – kein Gleichklang, sondern eine vielstimmige Verbundenheit –, dann erfüllt dieses Projekt seinen eigentlichen Sinn.

ORTE & TERMINE & KÜNSTLERINNEN

- Saarbrücken: Johanneskirche
19. September bis 1. November 2026
GERTRUD RIETHMÜLLER

- Düsseldorf: Johanneskirche
25. September bis 8. November 2026
PATRIZIA CASAGRANDA

- Essen: Marktkirche
26. September bis 17. Oktober 2026
DIANA RAMAEKERS

STANDORT ESSEN: REVEALING THE LIGHT

Echte Nacht ist heute in vielen Teilen Europas kaum noch sichtbar. Die niederländische Lichtkünstlerin Diana Ramaekers ist überzeugt: Mit dem Sternenhimmel verlieren wir nicht nur die Sicht auf das Universum, sondern auch ein Stück unserer Verbindung zu uns selbst. Mit „Revealing the Light“ setzt sie die Schönheit des Sternenhimmels in Szene. Die Installation ist ab Einbruch der Dämmerung zu sehen.

BESICHTIGUNGSZEITEN IN ESSEN

26. September bis 1. Oktober und 12. bis 17. Oktober 2026:
donnerstags bis samstags von 18 bis 22 Uhr

2. bis 11. Oktober 2026, während des ESSEN LIGHT FESTIVALS:
täglich von 18 bis 22 Uhr

RAHMENPROGRAMM IN ESSEN

Samstag, 26. September 2026, 19.00 Uhr
Vernissage
Musik und Texte zur Eröffnung der Lichtinstallation „Revealing the Light“ von Diana Ramaekers im Rahmen der dreiteiligen Kunstaktion „Einsam. Gemeinsam. Mut zum Sein“ der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).

Samstag, 03.10.2026, 19.30 Uhr
Livemusik und Abendsegen zur Lichtinstallation

Samstag, 10. Oktober 2026, 19.30 Uhr
Livemusik und Abendsegen zur Lichtinstallation

Samstag, 17. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Finissage
Zeit, Meditation, Transzendenz
Konzert zu Spiritualität und Zeiterfahrung
Werke: Morton Feldman: „Durations II for cello and piano“; Stefan Pohlit: „Clairvoyance“ für Violine und Violoncello, „Jakobsleiter“ für Violine solo; Elnaz Seyedi: „Fließende Räume“ für Violine, Violoncello, Klavier und Zuspielung; Jonathan Harvey: „Ritual melodies“ für Tonband; Jin-Ah Ahn: „Auf der Suche nach...“ Violoncello solo; Farzia Fallah: „Spaces of Deep Silence“ für Klarinette, Cello und Klavier; Beste Özçelebi: „Bevor es verblasst“ für Klaviertrio; Olivier Messiaen: „Louange à l‘éternité de Jésus“ aus dem „Quartett auf das Ende der Zeit“ für Violoncello und Klavier
Ausführende: E-MEX-Ensemble Essen: Joachim Striepens (Klarinette), Kalina Kolarova (Violine), Burkart Zeller (Violoncello), Martin von der Heydt (Klavier), Michael Pattmann (Elektronik). Internet: e-mex.de.
Eintritt frei.

 

 

 

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