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Kirchenkreis

Haushalt & Finanzen

Woher bekommt die Kirche ihr Geld?

Innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) gelten folgende Regeln: Die Kirchengemeinden erhalten die Kirchensteuern ihrer Gemeindemitglieder. Über so genannte Umlagen finanzieren sie die Arbeit von Kirchenkreisen und Landeskirche. Die Kirchensteuer beträgt 9 Prozent der Lohn- und Einkommenssteuer. Wer wenig oder gar keine staatlichen Steuern zahlt, muss auch keine Kirchensteuer zahlen.

Zu unseren Aufgaben zählen Verkündigung und Seelsorge, Kinder-, Jugend-, Erwachsenen- und Seniorenarbeit. Evangelische Kirche leistet Bildungsarbeit, Nothilfe in Krisengebieten und vieles mehr. Sie fördert und stärkt die Gemeinschaft, bietet Lebenshilfe und Orientierung. Sie ist nah bei den Menschen, so wie Jesus es vorgemacht hat. Jede unserer 27 Kirchengemeinden setzt nach den Erfordernissen und Möglichkeiten vor Ort eigene Schwerpunkte, die sich im Laufe der Jahre verändern. Die folgenden Angaben sind daher Richtwerte. Von 100 Euro an Kirchensteuereinnahmen entfallen etwa auf Gottesdienst, Kirchenmusik, Seelsorge, Verkündigung: ca. 38 Euro; auf Kindertagesstätten, Beratung, Betreuung, Bildung: ca. 17 Euro; auf Verwaltungsaufgaben: ca. 11 Euro; auf den Unterhalt von Immobilien: ca. 2 Euro; auf die Öffentlichkeitsarbeit: ca. 1 Euro. Die restlichen ca. 31 Euro sind für Umlagen und Aufgaben im Kirchenkreis, in der Landeskirche und in der Evangelischen Kirche in Deutschland bestimmt.

Die wichtigste Einnahmequelle der Evangelischen Kirche ist die Kirchensteuer, deren Höhe stark von der wirtschaftlichen Situation abhängt. Ihr Anteil an den Gesamteinnahmen beträgt in der Evangelischen Kirche im Rheinland rund 70 Prozent. Die Entwicklung des Kirchensteueraufkommens veröffentlicht die Evangelische Kirche im Rheinland auf ihrer Homepage www.ekir.de. Ca. 20 weitere Prozent sind Zuschüsse vor allem von Bund, Ländern und Kommunen und Landschaftsverbänden – etwa für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen oder die Leistungen von Integrationshelfern. Etwa 10 Prozent entfallen auf Sonstige Erträge – vor allem aus kirchlichen und diakonischen Tätigkeiten, darunter Gebühren für den Besuch von Kindertageseinrichtungen; Teilnahme an Kursen der Erwachsenenbildung; Einnahmen aus Vermietungen und Verpachtungen; Zinsen; Kollekten und Spenden usw.).

Die Finanzierung einzelner kirchlicher Aufgabengebiete kann sehr unterschiedlich geregelt sein, wie die nachfolgenden Beispiele aus dem Kirchenkreis Essen zeigen: Die fachliche Leitung und Ausbildung bei der Telefonseelsorge wird fast ausschließlich aus Kirchensteuermitteln finanziert; die Qualifikation und Fortbildung der ehrenamtlichen Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger wiederum wird durch einen engagierten Förderverein unterstützt. Die Arbeit des Schulreferates des Kirchenkreises wird aus Kirchensteuermitteln bezahlt; die Personalkosten von Pfarrerinnen und Pfarrern, die an den staatlichen allgemeinbildenden Schulen oder den Berufskollegs als Lehrkräfte für Evangelische Religionskunde tätig sind, zahlt das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Pfarrstellen im Bereich der Krankenhausseelsorge werden zu einem unterschiedlich großen Teil durch die Kliniken, an denen diese Stellen eingerichtet sind, refinanziert. An der Finanzierung der Ökumenischen Notfallseelsorge beteiligen sich der Kirchenkreis, das Römisch-Katholische Stadtdekanat und die Stadt Essen zu gleichen Teilen.

Verteilung von Kirchensteuermitteln
im Kirchenkreis Essen und Haushaltsplan 2018

Im Kirchenkreis Essen haben die 27 Kirchengemeinden alle mit der Erhebung und Verteilung der Kirchensteuern zusammenhängenden Aufgaben auf den Kirchenkreis übertragen. Dabei wurde festgelegt, dass den Kirchengemeinden 76,96 Prozent der im Kirchenkreis zur Verfügung stehenden Kirchensteuermittel zur Verfügung stehen; der Rest – 23,04 Prozent – entfällt auf die Aufgaben des Kirchenkreises mit seinen Gemeindeübergreifenden Diensten.

Das jährliche Kirchensteueraufkommen ist die Grundlage der Haushaltsplanung, die in jedem Jahr durch die Kreissynode verabschiedet wird.

Kennzahlen der Haushaltsplanung des Kirchenkreises Essen für das Jahr 2018

Frei verfügbare Kirchensteuermittel: 25.124.700 Euro

Zzgl. Finanzerträge: 100.000 Euro

Zwischensumme 1: 25.224.700 Euro

Vorwegabzug u.a. für besondere Projekte: 374.200 Euro

Zwischensumme 2: 24.850.500 Euro

Prozentualer Anteil Gemeinden (76,96 Prozent): 19.124.900 Euro

Nach Abzug der Kosten für die Pfarrbesoldung (5.824.400 Euro) und einer Zuführung an die Ausgleichsrücklage (400.000 Euro) erhalten die Kirchengemeinden im Jahr 2018 für jedes Gemeindemitglied eine Zuweisung in Höhe von 90,95 Euro.

Prozentualer Anteil Kirchenkreis (23,04 Prozent): 5.725.600 Euro

Anlagerichtlinien

Selbstverständlich müssen der Kirchenkreis Essen und seine Kirchengemeinden im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen Rücklagen bilden, damit sie auf Einnahmeausfälle vorbereitet sind und besondere Aufgaben, etwa den baulichen Unterhalt von (sehr oft denkmalgeschützten) Kirchen und anderen Immobilien, erfüllen können.

Für das Geldvermögen des Kirchenkreises und alle Kirchengemeinden, die die Verwaltung ihres Geldvermögens dem Evangelischen Verwaltungsamt Essen übertragen haben, hat die Kreissynode im November 2015 besondere Anlagerichtlinien beschlossen. Diese Richtlinien sollen gewährleisten, dass die Vermögenswerte dem kirchlichen Auftrag entsprechend angelegt wird: „Das gesamte Vermögen der Kirche dienst der Verkündigung des Wortes Gottes und der Diakonie und darf nur zur rechten Ausrichtung ihres Auftrages verwendet werden“, heißt es in § 2 (1) der Verordnung über das Kirchliche Finanzwesen in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Die Anlagerichtlinien legen eine Anlagestrategie fest, die eine möglichst große Sicherheit bei angemessener Rentabilität gewährleistet und gleichzeitig Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Letztere orientieren sich an den Nachhaltigkeitsfiltern der Bank für Kirche und Diakonie e.G. So sind Unternehmen, die Waffen und Waffensysteme produzieren, Hersteller von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren sind, Kinderarbeit zulassen oder Umweltgesetze verletzen, von Investitionen ausgeschlossen. Dasselbe gilt für Staaten, die Menschenrechte verletzen oder demokratische Grundrechte wie die Presse- und Medienfreiheit erkennbar einschränken, die für extreme wirtschaftliche und soziale Ungleichheit verantwortlich sind, unverhältnismäßig stark in militärische Rüstung investieren oder das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz nicht ratifiziert haben. Empfohlen werden Anlagen, die den Positivkriterien Gerechtigkeit und Frieden und Bewahrung der Schöpfung entsprechen.

Die Anlagerichtlinien finden Sie in auf unserer Seite » Service | Downloads

Falls Sie Fragen zu den Themen Finanzen, Haushalt oder Kirchensteuer haben, können Sie sich gern an das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Essen wenden:

Kontakt

Kirchenkreis Essen
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Pressestelle
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III. Hagen 39, 45127 Essen
Telefon 0201 / 2205-221
mobil 0160 / 985 804 83
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