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Ein Vorbild für viele

Trauer um Freisenbrucher Pfarrer und Superintendent i.R. Klaus Gillert

Essen, 07.03.2025) Die Evangelische Kirchengemeinde Freisenbruch-Horst-Eiberg und der Kirchenkreis Essen trauern um Klaus Gillert, der am 22. Februar im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Mehr als drei Jahrzehnte lang, von 1964 bis zu seiner Pensionierung Ende Juni 1996, war Klaus Gillert als Pfarrer und Seelsorger in Freisenbruch tätig; von 1989 an hatte er zusätzlich sieben Jahre lang das Amt des Superintendenten im damaligen Kirchenkreis Essen-Süd inne. Die Trauerfeier findet am 8. März im Familienkreis statt.

Klaus Gillert wurde 1931 in Berlin geboren und machte in Bad Godesberg sein Abitur. Als 19-Jähriger reiste er als Teilnehmer einer Jugendfreizeit nach England und blieb dort drei Jahre, um als Missionar zu wirken. Nach dem Studium der Theologie in Glasgow, Bonn und Wuppertal kam er 1960 als Vikar in die Kirchengemeinde Haarzopf. Zwei Jahre später wechselte er als Vikar mit Beschäftigungsauftrag in die Kirchengemeinde Steele, zu der damals auch noch die Stadtteile Freisenbruch, Horst und Eiberg gehörten. 1963 wurde er in der Friedenskirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße ordiniert.

LEIDENSCHAFT FÜR DIE ARCHITEKTUR

Am 2. Februar 1964 wurde Klaus Gillert als Pfarrer für Freisenbruch eingeführt; vier Jahre später wurde sein Pfarrbezirk als Kirchengemeinde selbständig. Neben der Gemeindearbeit studierte er Psychologie, erwarb das Vordiplom und die Qualifikation als Verhaltenstherapeut. Eine weitere Leidenschaft galt der Architektur: Klaus Gillert habe fast alle kirchlichen Bauten, die während seiner Amtszeit in Freisenbruch und Steele entstanden seien, begleitet, hieß es in einem Zeitungsbericht, der anlässlich seines Goldenen Ordinationsjubiläums 2013 erschien. So warb er für das Heliand-Zentrum, das Hospiz am Alfried-Krupp-Krankenhaus in Steele und das Seniorenzentrum Martineum nicht nur namhafte Spenden und Fördergelder ein, sondern gestaltete diese Gebäude mit großem Engagement auch planerisch mit.

Im Kirchenkreis Essen-Süd, seinerzeit einer von drei Essener Kirchenkreisen, wurde Klaus Gillert 1972 stellvertretender Skriba und 1977 Synodalassessor; im April 1989 wählte ihn die Synode zum Superintendenten. Auf der Ebene der Evangelischen Kirche im Rheinland gehörte er viele Jahre lang dem gemeinsamen Ausschuss der Evangelischen Kirchen im Rheinland, von Westfalen und Lippe mit der Evangelisch Methodistischen Kirche und seit 1980 auch dem Ausschuss für Innerdeutsche Ökumene und Catholica an.

AN DER SEITE VON MENSCHEN IN NOT

Bis zuletzt war es Klaus Gillert wichtig, alten, erkrankten und einsamen Menschen zur Seite zu stehen. Neben seinem Einsatz für die Diakonie und die Krankenhausseelsorge und einer engagierten Verbindung zur Partnergemeinde Steinhöfel/Greiffenberg in der ehemaligen DDR werden vor allem auch seine berührenden Gottesdienste in Erinnerung bleiben. „Klaus Gillert konnte mit Begeisterung predigen, so dass es eine große Freude bereitete, ihm zuzuhören“, heißt es in einem ausführlichen Nachruf auf der Homepage der Kirchengemeinde Freisenbruch-Horst-Eiberg. Auch für Kinder habe er ein großes Herz gehabt: „Das merkte man in seiner Kindergottesdienstarbeit und in unserem Kindergarten.“ Den Haupt- und Ehrenamtlichen der Gemeinde sei er partnerschaftlich und auf Augenhöhe begegnet: „Er war ein Vorbild für viele.“

Der Trauergottesdienst für Klaus Gillert und die Beisetzung finden am Samstag, 8. März, im Familienkreis statt. Anstelle zugedachter Blumen und Kränze bittet die Familie um Spenden an die Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V., Sparkasse Essen, IBAN DE06 3605 0105 0001 9551 11, Kennwort: Klaus Gillert.

Foto: Pressearchiv des Kirchenkreises Essen (aus 1991).

 

 

 

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