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Sturmfreies Wochenende für junge Menschen mit Beeinträchtigungen
Miniferien haben Plätze frei
Essen, 22.06.2026. Seit zwanzig Jahren bieten die Miniferien, ein Angebot der Menschenstadt Essen, jungen Menschen mit Beeinträchtigung ein sturmfreies Wochenende. Während Angehörige und Eltern eine Auszeit von der oft kräftezehrenden Betreuung genießen, sammeln die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen wertvolle Erfahrungen in selbstbestimmter Freizeit – und das mit geschulter Begleitung. Ab August sind noch einige Plätze frei.
ENTLASTUNG FÜR ELTERN UND FAMILIEN
Häufig ist der Alltag vieler Familien voll von beruflichen, familiären, schulischen und anderen Verpflichtungen – das gilt vor allem für Angehörige und Eltern von pflege- und betreuungsintensiven Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger und wohltuender ist das Gefühl, ein Wochenende lang wieder einmal selbst über die eigene Zeit entscheiden zu können – und den Nachwuchs dabei in guten Händen zu wissen.
Auch die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren davon, zwei oder drei Tage außerhalb der Obhut ihrer Familie zu verbringen: „Viele wichtige Entwicklungsschritte vollziehen sich in der Zeit, über die Jugendliche selbst bestimmen und in der sie nicht von ihren Eltern beaufsichtigt werden“, weiß Philipp Seitzer, der das Programm der Miniferien seit einem Jahr bei der Menschenstadt Essen leitet. „Sie testen sie Grenzen aus und sammeln neue Erfahrungen, lernen, wie man Kontakte knüpft, Beziehungen pflegt und seinem Leben selbst Struktur gibt“, sagt der Rehabilitations-Pädagoge.
TEILNEHMENDE BESTIMMEN SELBST DAS PROGRAMM
Die Essener Miniferien, ein noch ziemlich einzigartiges Entlastungs- und Unterstützungsangebot, gibt es schon seit zwanzig Jahren. Begleitet von gut geschulten Freizeitassistentinnen und Freizeitassistenten, verbringen die Urlauber ein Wochenende in einer gemütlichen Ferienwohnung in Essen-Altenessen. Sie unternehmen Ausflüge, erleben gemütliche Spiele- oder Filmabende und kochen gemeinsam.
Wie die Tage verbracht werden, entscheiden die Kinder und Jugendlichen dabei weitestgehend selbst. „Was die Jugendlichen machen wollen, ist nicht immer das, was einem als pädagogisch sinnvoll erscheint“, erklärt Philipp Seitzer schmunzelnd. Genau darin, dass die Jugendlichen selbst entscheiden, liege aber der pädagogische Sinn. „Ich finde, ‚sturm-freies Wochenende‘ fasst die Idee der Miniferien gut zusammen. Es geht darum, dass beide Seiten, die Eltern und die Kinder, ein Wochenende für sich haben – die Eltern zum Regenerieren und die Jugendlichen, um Erfahrungen in selbstbestimmter Freizeit zu sammeln.“
FINANZIERUNG
Die Kosten für die Miniferien lassen sich komplett oder anteilig als Entlastungsmaßnahme über die Pflegekasse abrechnen; auch ein Antrag beim LVR (Eingliederungshilfe) ist unter Umständen möglich. Ab August sind an dem einen oder anderen Wochenende wieder Plätze frei – Fragen zu Terminen, zur Anmeldung und zur Finanzierung beantwortet Philipp Seitzer, Mail miniferien(at)evkirche-essen.de und Telefon 0201 2205-141. Auf der Homepage menschenstadt-essen.de sind weitere Informationen und Fotos der Ferienwohnung abrufbar.
STICHWORT: MENSCHENSTADT ESSEN
Die Menschenstadt Essen ist ein großer Anbieter von ambulanter Eingliederungshilfe und Assistenzdiensten für Menschen mit Behinderung in den Bereichen Kindertagesstätte, Schule und Freizeit. Hervorgegangen aus dem Jugendreferat der Evangelischen Kirche in Essen und gegründet als „Aktion Menschenstadt“, ist die Menschenstadt Essen seit Anfang 2024 ein kirchlicher Eigenbetrieb mit über 450 haupt-, neben- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Sitz der Menschenstadt Essen befindet sich an der Logenstraße 6, direkt neben dem Haus der Evangelischen Kirche. Internet: menschenstadt-essen.de.
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