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Gedenkfeier für Brigitta Schröder

Engagierte Diakonisse hat in Essen viele Spuren hinterlassen

Essen, 18.07.2026. Am 20. Juni ist Brigitta Schröder in der Schweiz, ihrem Geburtsland, verstorben. In Essen hat die Diakonisse und Autorin viele Spuren hinterlassen und vor allem durch ihr Engagement für an Demenz erkrankte Menschen beeindruckt. Am Montag, 20. Juli - es wäre ihr 91. Geburtstag gewesen - findet deshalb um 16 Uhr in der Marktkirche, Markt 2/Porschekanzel, eine öffentliche Gedenk- und Erinnerungsfeier statt; die Leitung hat Pfarrer Uwe Matysik. Ein Nachruf auf eine außergewöhnliche Frau.

TEXT: UWE MATYSIK | FOTO: PETER PRENGEL

Wer dieser beeindruckenden Frau und starken Persönlichkeit aus der Schweiz begegnet ist, wird sie nicht vergessen. Aufgewachsen ist Brigitta Schröder im Dorf Langwiesen im Kanton Zürich. Schon früh war für ihr Umfeld offenbar zu spüren, dass ihr Authentizität und Gerechtigkeit sehr am Herzen lagen. Sie entschied sich, die Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren. Mit 23 Jahren trat sie in die Diakonissen-Schwesternschaft Neumünster am Zollikerberg ein.

ALS DIAKONISSE IM RUHRGEBIET

Es muss für die junge Diakonisse eine enorme Herausforderung gewesen sein, 1971 ins Management eines evangelischen Krankenhauses ins Ruhrgebiet „entsandt“ zu werden – ins Huyssensstift nach Essen-Huttrop! Viele Jahre, bis Anfang der 1990 er Jahre, fungierte sie dort als „Oberin“ in der Rolle der Pflegedirektorin. Sie übernahm und gestaltete diese Verantwortung ebenso gewissenhaft und verlässlich wie führungsstark. Bis zu ihrem Tod war sie mit dem Huyssensstift innerlich sehr verbunden. So hat sie etwa den „Trimmpfad für die Seele“ im Huyssens-Park mit initiiert.

Die tiefe Verbundenheit zu ihrer Diakonissen-Schwesternschaft war ihr deutlich anzusehen: die Diakonissentracht, die sie bis an ihr Lebensende trug, war ein äußeres „Markenzeichen“ von Brigitta Schröder. Mitte der Neunzigerjahre orientierte sie sich beruflich neu. Sie wurde Supervisorin und Lebens- und Trauerbegleiterin. Auf dem Hintergrund ihrer langen Berufserfahrung wurde vor allem die Begleitung von Menschen mit Demenz ein wesentlicher Schwerpunkt für sie. Sie führte viele Workshops und Schulungen durch. Auch Gottesdienste bzw. spirituelle Feiern für demente Menschen (auch in der Marktkirche) wurden innovative und erfolgreiche Angebote.

EIN NEUER BLICK AUF MENSCHEN MIT DEMENZ

Brigitta Schröders Bücher sind nach wie vor Fundgruben für das Verständnis und die Begleitung dementer Menschen. Es sind, wie sie sagte, Bücher aus der Praxis für die Praxis, etwa: „Blickrichtungswechsel - Lernen mit und von Menschen mit Demenz“. Ein Beispiel ist das Bonhoeffer-Wort „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, das sie sehr liebte: an fünf Fingern lässt es sich immer wieder sprechen und verinnerlichen. Die Musik mit ihrer heilsamen und verbindenden Kraft bezeichnete sie als „Königsweg“ zu Menschen mit Demenz. 2015 wurde Brigitta Schröders vielseitiges Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, das ihr im Essener Rathaus verliehen wurde.

Im Laufe ihres Lebens hat Brigitta Schröder wohl ein immer weiteres Verständnis von Spiritualität gewonnen. Dass Menschen in allen Religionen durch dieselben guten Mächte verbunden sind, war ihre gelebte Überzeugung. Sie unterhielt Kontakte zu etlichen Religionsgemeinschaften in Essen und war auch darin Pionierin und Brückenbauerin. Zu einem großen Begegnungsfest am 20.07.2025, ihrem 90. Geburtstag, lud sie in die Kreuzeskirche ein. Alle, die es miterlebt haben, werden es wohl als schöne und wertvolle Erinnerung in sich tragen. Es kam ihr darauf an, dass sich alle Menschen als zugehörig und zusammengehörend erleben können. So waren für sie der Liedruf „Herzlich willkommen“ und das „Namaste“ ein selbstverständlich gewordener Gruß und eine bewährte Kontakteröffnung.

WIR HABEN BRIGITTA SCHRÖDER VIEL ZU VERDANKEN

Am 20. Juni ist Brigitta Schröder, die lange Jahre in Rüttenscheid wohnte, in ihrer Schweizer Heimat verstorben. Sie sagte in der letzten Zeit des Öfteren, dass sie viel an das Bibelwort des Apostels Paulus denke, das ihr als Segenswort bei ihrer Einsegnung 1958 mit auf ihren weiteren Weg gegeben worden war: „Ich vertraue darauf, dass der, der in euch ein so gutes Werk angefangen hat, es vollenden wird bis zum Tag Jesu Christi“ (Philipper 1,6).

Das können wir Brigitta Schröder mit einem großen Dank für ihr Leben und die vielen Spuren, die sie hinterlassen wird, von Herzen wünschen und für sie erbitten.

Uwe Matysik, Klinikseelsorger an den KEM/Evang. Kliniken Essen-Mitte

Das Titelbild entstand 2015 bei der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes an Brigitta Schröer durch den damaligen Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß. © Foto: Peter Prengel/Stadtbildstelle der Stadt Essen.

 

 

 

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