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Essener Hitzegipfel jetzt!
Kirchenkreis Essen trägt Aufruf der Initiative Gemeinsam für Stadtwandel Essen mit
Essen, 31.08.2026. Gemeinsam mit den Initiator:innen von der Initiative „Gemeinsam für Stadtwandel Essen“ (gfs) und 17 weiteren Organisationen trägt unser Kirchenkreis den Aufruf „Essener Hitzegipfel jetzt! – 5 Forderungen an den Oberbürgermeister und den Stadtrat der Stadt Essen“ als Erstunterzeichner mit. Nachfolgend dokumentieren wir den Text im Wortlaut. PDFs des Aufrufs mit den Logos der Unterzeichner und weiterführenden Links und des Anschreibens finden Sie unter diesem Beitrag.
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5 FORDERUNGEN: ESSENER HITZEGIPFEL JETZT!
An den
Oberbürgermeister und den
Stadtrat der Stadt Essen
1. Hitzegipfel einberufen
Hitze ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft: Vermehrte Krankheitsfälle und Risiken für Beschäftigte, überhitzte Gebäude, stehende Züge, kaputte Straßen und erhöhte Waldbrandgefahr – zahlreiche Bereiche und Akteure des öffentlichen Lebens sind wegen der Hitzewellen im Dauereinsatz.
Der Essener Oberbürgermeister muss darum umgehend einen gesamtgesellschaftlichen Hitzegipfel einberufen, in dem Akteur*innen und Expert*innen aus Bevölkerungsschutz, Gesundheits- und Pflegewesen, Land- und Forstwirtschaft, Klimawissenschaft, Wasserressourcenmanagement, Stadtentwicklung, Versorgung, Infrastruktur und der engagierten Zivilgesellschaft Gehör finden, um in die Entscheidungsfindung für den örtlichen kurz- und langfristigen Umgang mit den Folgen der Hitze eingebunden zu werden.
Mit dem Gipfel reagiert der Oberbürgermeister auf eine herausragende Gefährdung.
2. Einsatz für bundesweiten Hitzeschutzplan
Essen arbeitet gerade in Kooperation mit den benachbarten Kommunen der Metropole Ruhr einen Hitzeaktionsplan aus. Das Problem bedarf aufgrund seiner Tragweite jedoch einer bundeseinheitlichen Regelung.
Darum müssen sich der Essener Oberbürgermeister und der Stadtrat dafür einsetzen, dass auch die Bundesregierung einen verbindlichen Hitzeschutzplan beschließt, der klare Zuständigkeiten für Bund, Länder und Kommunen festlegt und eine dauerhafte Finanzierung sichert. Um eine ganzheitliche Anpassung zu gewährleisten, muss der Plan eine zukunftsfähige Stadtentwicklung, Anpassungen in Land- und Forstwirtschaft, die Sicherung von Infrastruktur und Gesundheitsversorgung sowie die zentrale Rolle intakter Ökosysteme und naturbasierter Lösungen als wirksamste und kostengünstigste Vorsorge umfassen. Es müssen bundesweit flächendeckende und verständliche Warnsysteme für zukünftige Hitzewellen und ihre Folgen eingerichtet werden. Klimafeste Städte, Gemeinden und intakte Ökosysteme sind die lebensnotwendigen Schutzmaßnahmen für eine Zukunft im Klimawandel.
3. Einsatz, die Gemeinschaftsaufgaben im Grundgesetz zu verankern
Deutschland muss seine Bürgerinnen und Bürger vor Gefährdungen durch die Klimakrise schützen. Der Klimawandel ist eine gewaltige Herausforderung für die Gesellschaft und Infrastruktur unseres Landes, für den Zustand der Natur als Lebensgrundlage, für Gesundheit und Wohlstand und muss als solche eindeutig anerkannt werden.
Der Essener Oberbürgermeister und der Stadtrat sollen sich darum dafür einsetzen, dass die Gemeinschaftsaufgaben „Kommunaler Klimaschutz" sowie „Naturschutz und Klimaanpassung" als gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern in Artikel 91a des Grundgesetzes aufgenommen werden. Damit Länder, Kommunen und soziale Einrichtungen dauerhaft mit planbaren und ausreichenden Mitteln ausgestattet werden.
4. Klimaschutz und Klimaanpassung finanzieren
Ein ungebremster Klimawandel verursacht gewaltige Kosten.Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen schützen Menschen und sichern die Funktionsfähigkeit unserer Wirtschaft. Jeder Euro Vorsorge ersetzt ein Vielfaches an Kosten für Nachsorge.
Der Essener Oberbürgermeister und der Stadtrat müssen sich darum auch auf Bundesebene dafür einsetzen, dass der Umbau zur klimaresilienten Kommune durch ausreichende Finanzierung durch Bund und Land gesichert sind. Politisch muss sichergestellt werden, dass die Gelder des Klima- und Transformationsfonds (KTF) inklusive aller Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel vollständig und ausschließlich in Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Abmilderung seiner Auswirkungen fließen.
Investitionen in Klimaschutz müssen auch auf kommunaler Ebene als notwendige investive Ausgaben im Haushalt definiert werden können, da sie über das laufende Jahr hinaus langfristig den Wert der kommunalen Infrastruktur steigern und zum Gesundheitsschutz beitragen.
5. Abkehr von fossilen Brennstoffen
Die Verbrennung von Öl, Gas und Kohle ist der zentrale Treiber der Klimakrise. Die nachfolgenden Generationen müssen vor den eskalierenden Folgen der Klimakrise geschützt werden. Statt weitere Millionen in klimaschädliche Projekte oder Abhängigkeiten zu stecken, muss sich Deutschland unabhängig von fossilen Energien machen - von Bund über Land bis zur Kommune.
Auch der Essener Rat muss deshalb jetzt den geordneten und sozial gerechten Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle auf allen möglichen Handlungsebenen mittragen. Eigene Investitionen in fossile Projekte, Öl-, Gas- oder Kohleinfrastruktur müssen gestoppt und stattdessen Investitionen in erneuerbare Energien, klimafreundliche Wärme, Elektrifizierung und klimaschonende (Um-)Bauprojekte vorangetrieben sowie sozialverträgliche und nachhaltige Mobilität wie Bahn-, Bus-, Rad- und Fußverkehr konsequent ausgebaut werden.
Kernteam von Gemeinsam für Stadtwandel Essen
Netzwerk für Klimaschutz und Nachhaltigkeit
hallo@gemeinsam-fuer-stadtwandel.de
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@gemeinsam.fuer.stadtwandel
Hitzeportal auf der Homepage der Stadt Essen »
Homepage der Initiative Gemeinsam für Stadtwandel Essen »
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