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Rüttenscheid: Kleine Künstlerinnen und Künstler ganz groß

Ausstellung zeigt Ergebnisse einer Kunst-AG in der KiTa Julienstraße

(Essen, 29.04.2022) „Monet, Matisse & van Gogh – kleine Künstlerinnen und Künstler ganz groß“ lautet der Titel einer Ausstellung, die am 1. Mai mit einem Familiengottesdienst in der Reformationskirche eröffnet wird. Bis Pfingsten sind in der Gottesdienststätte der Evangelischen Kirchengemeinde Rüttenscheid, Julienstraße 39, 45 farbige Gemälde zu sehen, die in der benachbarten Kindertagesstätte im Rahmen einer Kunst-AG entstanden sind.

„Ich male gerne nach Zahlen“, „Ich liebe bunte Farben“, „Ich finde es toll, dass ich so malen kann wie ich will“, „Ich brauche Ruhe, damit ich etwas Schönes malen kann“ – wenn Clara (6), August (5), Clara (6) und Mathilda (5) über ihre Bilder sprechen, ist sofort zu spüren, wie gerne sie zeichnen oder pinseln. Dass die jungen Künstlerinnen und Künstler aber auch schon nachempfinden können, dass Bilder sehr oft Gefühle wie Freude, Trauer oder Wut ausdrücken (van Gogh), dass sie wissen, wie jemand malt, der wegen einer Krankheit die Farben nicht mehr richtig sieht (Monet), oder wie sich jemand zu helfen weiß, der wegen eines körperlichen Leidens den Pinsel kaum noch halten kann (Matisse), ist das Verdienst einer Kunst-AG, an der in den letzten zwölf Monaten alle 45 Kinder der Kindertagesstätte an der Julienstraße teilgenommen haben.

Die Idee dazu hatte Mara Tabea Herrmann, die die KiTa seit Anfang letzten Jahres leitet: Weil sie selbst die bildenden Künste liebt und keine Stadt besichtigen kann, ohne auch das dortige Kunstmuseum zu besuchen, suchte sie nach einem Weg, ihre große Leidenschaft mit den KiTa-Kindern zu teilen. Kurzerhand verwandelte sie ihr kleines Büro einmal in der Woche vormittags in ein Atelier und lud im Wechsel immer vier Kinder ein, rund um ihren Besprechungstisch kreativ zu werden. Das Besondere: Zu Beginn des Vormittags zeigte Mara Tabea Herrmann den Kindern Fotos bedeutender Künstlerinnen und Künstler und erzählte ihnen anhand ausgewählter Beispiele, was deren Gemälde so besonders macht.

„Ich finde es sehr wichtig, Kindern nicht nur die Möglichkeit zum Malen zu geben, sondern mit ihnen auf eine Entdeckungsreise zu gehen“, erklärt die KiTa-Leiterin. „Meine Erfahrung ist, dass auch kleine Kinder ein feines Gespür für spannende Geschichten haben, die sich mit einzelnen Bildern oder einem bestimmten künstlerischen Stil verbinden. Wenn die Kinder dann selbst etwas malen, ob mit Wachsmalstiften oder Aquarellfarben, und mir ihre Motive erklären, merke ich, wie sehr sie diese Geschichten berührt haben und dass sie auch ihre eigene Kreativität im Alltag bereichern und fördern. Wichtig ist, dass die Kinder immer selbst bestimmen können, was sie malen wollen, auf welche Art und wie lange. Das ist viel wichtiger, als den Namen eines Künstlers richtig auszusprechen.“

Der Ertrag ihres Projekts zeigte sich nicht zuletzt bei einem Ausflug ins nahegelegene Museum Folkwang, an dem die Vorschulkinder teilnahmen: „Die Museumspädagogen staunten natürlich nicht schlecht über das, was die Kinder über das eine oder andere Bild zu sagen hatten“, berichtet Mara Tabea Herrmann stolz. Was nach der Ausstellung mit den Gemälden der kleinen Künstlerinnen und Künstler geschieht, steht noch nicht endgültig fest – denkbar ist zum Beispiel eine Versteigerung, deren Erlös für die Anschaffung neuer Farben oder anderer Materialien zum kreativen Gestalten verwendet werden kann. „Aber auch das werde ich natürlich gemeinsam mit den Kindern entscheiden“, kündigt Mara Tabea Herrmann an.

Die Ergebnisse aus der Kunst-AG – 45 kleinere und größere Bilder, gemalt auf Leinwänden und fachmännisch auf Rahmen aufgezogen – können bis Pfingsten in der Reformationskirche bestaunt werden. Besichtigungen sind während der Öffnungszeiten des Gemeindebüros montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 17 Uhr sowie vor und nach den Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen möglich.

Unser Titelfoto zeigt v.li.n.re. Clara (6), August (5), KiTa-Leiterin Mara Tabea Herrmann, Clara (6) und Mathilda (5) in der Reformationskirche in Rüttenscheid.

 

 

 

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