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Die Teilhabe junger Menschen bleibt eine Herausforderung

Essener Mitglieder der Landessynode ziehen Bilanz der Beratungen

(Essen, 15.01.2021) In der zurückliegenden Woche hat die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland getagt - Höhepunkte waren die Wahl eines neuen Präses und wichtige Entscheidungen zur zukünftigen Gestalt unserer Kirche. Essener Mitglieder der Landessynode - von der Kreissynode gewählte Synodale, aber auch Superintendentin Marion Greve und Helga Siemens-Weibring, nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung, haben uns ein spontanes Resümee geschickt. Wir ergänzen die Antworten nach und nach.

Thomas Caspers-Lagoudis, Sparkassenbetriebswirt

Neben den wichtigen und guten Wahlen war es wichtig, dass auch gute inhaltliche Themen entschieden wurden, wie z.B. die Papiere zur Partizipativen Kirche oder zur Lobbyistin der Gottoffenheit.
Insgesamt ist die digitale Synode gelungen. Das Format ist neu, an einigen Stellen schwieriger als der persönliche Austausch. Aber es ist eine mögliche Form, die auch gut funktionieren kann.
Spannend bleibt die Frage: Wohin entwickelt sich unsere Kirche? Wir sind auf einem schwierigen Weg der Verkleinerung mit allen dadurch entstehenden Konsequenzen. Hier nicht zu resignieren, sondern mit Kraft, Engagement und Gottvertrauen Kirche neu gestalten wird spannend bleiben.

Juliane Gayk, Pfarrerin

Wichtig und spannend bei der Landessynode 2021 war die Präseswahl. Auch wenn ich mir sehr eine erste Frau als Präses gewünscht habe, glaube ich, dass Thorsten Latzel das Präsesamt auch im Sinne unserer Anliegen und Aufgaben in Essen ausfüllen wird.
Zukunftsweisend für uns als Kirche in Essen finde ich die Themen "Minderheitenkirche werden" und „Partizipative Kirche“, zu denen die erarbeiteten Impulspapiere hoffentlich auch bei uns Diskussionen anregen. Mit den Beschlüssen zu „Klima" und "Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen" hat die Synode wichtige gesellschaftspolitische Anstöße gegeben und Position bezogen. Jetzt bin ich sehr gespannt, was wir alle zusammen als evangelische Christinnen und Christen, Gemeinden und kirchlich Orte in Essen daraus in unserer Stadt machen!
Nicht nur, dass die digitale Form der Synode gut gelungen ist - es hat mir Spass gemacht, ein Teil davon zu sein und mich einzubringen, zum Beispiel im theologischen Ausschuss. Danke für das Vetrauen der Kreissynode, die mich zur Landessynode geschickt hat.

Marion Greve, Superintendentin

Wichtig war mir das theologische Impulspapier mit dem sperrigen Titel „Lobbyistin der Gottoffenheit“, mit dem wir den Wandel der Kirche theologisch reflektieren und dabei Lust auf den Wandel machen.
Gelungen ist es, dass wir eine Synode hatten, die im Vergleich zu früheren Zeiten wesentlich diverser geworden ist – wenn auch weiter mit Luft nach oben! Etwa ein Drittel der Mitglieder war neu, viele junge Menschen sind Delegierte und bringen sich aktiv ein, der Anteil an Frauen lag bei über 40 Prozent.
Was spannend bleibt: Wie können und wollen wir die verantwortliche Teilhabe junger Menschen in unserer Kirche stärken? Neue rechtliche Regelungen fordern von den Gremien, junge Menschen noch mehr einzubeziehen. Wir werden in Essen darüber beraten, wie wir es schaffen, zusätzlich einen jungen Menschen zwischen 14 und 27 Jahren in jedes Presbyterium zu berufen. Dabei sind wir herausgefordert, unsere Gremienarbeit so attraktiv zu gestalten, dass Jung und Alt Lust haben, gemeinsam darin mitzuwirken – eine spannende Herausforderung!

Karsten Herfort, Richter

Ich wünsche Herrn Dr. Latzel eine glückliche Hand und eine segensreiche Tätigkeit in seinem neuen Amt!

Johannes Heun, Pfarrer

Meine erste Teilnahme an einer Landessynode war für mich eine große Bereicherung und ich freue mich auf die nächsten Sitzungen. Gerade die schwierigen und kritischen Momente waren interessant. Der Umgang miteinander hat mich sehr positiv beeindruckt - auch bei inhaltlichen Differenzen oder kritischen Rückmeldungen zum Ablauf der gemeinsamen Arbeit.
Die Gesprächs- und Streitkultur und die Art und Weise, wie in unserer Landessynode auch von Herzen Menschen gedankt und Wertschätzung ausgedrückt wird, haben mich tief beeindruckt. Ich bin dankbar, dass die Essener Kreissynode mich delegiert hat und nun gespannt, wie wir die Impulse hier bei uns aufnehmen, weiter denken und mit Leben füllen können.

Helga Siemens-Weibring, Sozialwissenschaftlerin

Ich freue mich sehr darüber, dass mir die Synode das Vertrauen wieder mit einer so großen Zustimmung ausgesprochen hat und bin sehr neugierig auf die Zusammenarbeit in der neuen Konstellation mit neuem Präses und den neugewählten Mitgliedern der Kirchenleitung!

Zoe Stelzner, Studentin der Sozialen Arbeit

Etwas erschöpft blicke ich auf die vergangene Woche zurück. Unter erschwerten Bedingungen ging es durch meine erste Landessynode. Besonders spannend fand ich dabei die Präseswahl und freue mich darauf zu sehen, wie unser neuer Präses junge Menschen ansprechen wird.

 

 

 

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